| Unterschied Tempo 30 und Tempo 50 |
Um zu sehen, wie sich eine Ausgangsgeschwindigkeit von 30 km/h im Vergleich zu 50 km/h auf den Anhalteweg eines Fahrzeuges auswirken, wählen Sie im linken Geschwindigkeit-Eingabefeld 30 km/h aus, im rechten 50 km/h. Nehmen Sie als Werte für die Reaktionszeit und die Bremsverzögerung der Einfachkeit halber die Standardwerte (Reaktionszeit 1 Sekunde, Bremsverzögerung 6,5 m/s²) - jedenfalls müssen diese Werte links und rechts ident sein, um einen objektiven Vergleich ziehen zu können. Danach brechnen Sie mit dem Fragezeichen in linken Hindernis-Eingabefeld das Hindernis für das Fahrzeug mit 30 km/h. Der vom Computer errechnete Wert stellt das Hindernis in der Entfernung auf, an dem das Fahrzeug mit 30 km/h Ausgangsgeschwindigkeit gerade zum Stillstand kommt (in diesem Beispiel bei 13,7 m bei Rundung auf 1 Kommastelle), das Hindernis also gerade nicht berührt. Klicken Sie jetzt im rechten Hindernis-Eingabefeld auf das "L". Sie übernehmen damit den Wert des Hindernisses auf der linken Seite. An der Datenausgabe (Aufprallgeschwindigkeit) können Sie jetzt erkennen, dass das rechte Fahrzeug noch immer mit 50 km/h (!) in das Hindernis - z.B. einen Fussgänger - fährt. Der Anhalteweg des rechten Fahrzeugs ist mehr als doppelt so lange! An der Dauer bis zum Aufprall sieht man auch, dass dem Fußgänger selber kaum eine Sekunde Zeit zum Reagieren bleibt, er also praktisch chancenlos ist, selber auf die Situation einzugehen. Für einen Fußgänger bedeutet der Aufprall mit grösster Wahrscheinlichkeit den Tod, bei Tempo 30 hingegen wäre der Fußgänger unverletzt geblieben. Eine Tabelle über die Folgen einer Kollision zwischen einem PKW und einem Fussgänger finden Sie unter Hilfe. |
| Unterschied Tempo 130 und Tempo 160 | Analog der Berechnung des Unterschieds zwischen Tempo 30 und Tempo 50 lässt sich auch gut die Erhöhung des Risikos von Fahrzeuglenkern auf der Autobahn bei 160 km/h statt 130 km/h zeigen. Wählen Sie links und rechts die Standardwerte und ändern Sie die Geschwindigkeit links auf 130 km/h und rechts auf 160 km/h. Berechnen Sie mit dem "?" das Hindernis für das linke Fahrzeug und übernehmen sie diesen Wert rechts mit dem "L" für das rechte Fahrzeug. Sie sehen nun, dass Sie mit 160 km/h einen 60 Meter längeren Anhalteweg haben und an der Stelle, an der das Fahrzeug mit 130 km/h Ausgangsgeschwindigkeit bereits steht, immer noch eine Restgeschwindigkeit von rund 100 km/h haben. Wenn Sie nun in der unteren Auswahl auf "Zeitersparnis" klicken, dann sehen Sie, welch geringer Zeitersparnis ein wesentlich höheres Risiko entgegensteht. |
| Reaktionszeit von 0,5 und 1 Sekunde | Das immer wieder vorgebrachte "Argument", dass eine erhöhte Konzentration eine (zu) hohe Geschwindigkeit kompensiert, kann mittels Berechnung leicht widerlegt werden. Geben Sie links auf 80 km/h, 1 Sekunde und 6,5 m/s² ein und berechnen Sie das Hindernis mit dem Fragezeichen. Das Hindernis taucht in der Simulation in einer Entfernung von 60,3 Meter auf (bei Rundung auf 1 Kommastelle), und wird vom linken Fahrzeug gerade nicht getroffen. Danach geben Sie rechts als Geschwindigkeit 100 km/h und als Reaktionszeit auf 0,5 Sekunden ein. Die Bremsverzögerung muss links und rechts ident sein, um objektiv vergleichen zu können. Übernehmen Sie auf der rechten Seite mit dem "L" den Wert für die Hindernisentfernung vom linken Fahrzeug. In der Praxis bedeutet das, dass ein Fahrzeuglenker mit 100 km/h statt mit 80 km/h fährt und glaubt, diese Geschwindigkeitsdifferenz mit erhöhter (nämlich doppelter!) Aufmerksamkeit ausgleichen zu können. Schauen Sie sich nun die Berechnung an! Der "aufmerksame" Lenker rast mit knapp 47 km/h in das Hindernis (z.B. ein stehender PKW einer Kolonne) - ein typischer Auffahrunfall mit hoher Geschwindigkeit. Sie sehen also, dass eine doppelte Aufmerksamkeit keineswegs eine erhöhte Geschwindigkeit wirksam kompensiert; abgesehen davon lässt die Konzentration im Normalfall nach kurzer Zeit wieder nach. |
| In den Medien heisst es immer wieder, dass "regennasse Fahrbahnen" an Unfällen schuld sind, mittels Simulation wird aber schnell klar, dass die Fahrzeuglenker selber das Risiko erhöhen, wenn sie ihre Geschwindigkeit nicht den Fahrbahnverhältnissen anpassen.
Nehmen Sie der Einfachkeit halber links und rechts die Standardwerte und ändern Sie die Bremsverzögerung des linken Fahrzeugs auf 7,5 m/s². Das entspricht ungefähr einer trockenen Asphalt- bzw. Betonfahrbahn. Berechnen Sie nun das Hindernis mit dem Fragezeichen. Geben Sie rechts als Wert für die Bremsverzögerung 5 m/s² ein, der Wert für eine nasse Fahrbahn. Übernehmen Sie mit dem "L" die Hindernisentfernung des linken Fahrzeuges und schauen Sie sich die Tabelle an! Die Berechnung zeigt: an der Stelle, wo der Fahrzeuglenker bei trockener Fahrbahn zum Stillstand kommt, fährt er bei nasser Fahrbahn mit immer noch fast 29 km/h in das Hindernis. Für einen Fußgänger bedeutet dieser Unterschied, leicht bis schwer verletzt zu werden, anstatt unverletzt von einem Aufprall verschon zu bleiben. Dieser Unterschied entspricht einem freien Fall aus über 3 Metern Höhe in zufälliger Lage (äquivalente Fallhöhe). |